Auf der Spitze des Eisbergs
Eisberge rufen Assoziationen hervor. Dachten frühere Generationen wohl zuerst an die „Titanic“ und ihren Schiffbruch, symbolisiert das driftende Eis heute eher den Klimawandel. In ihrem Beitrag zum Ruhr-Atoll greifen der Künstler Andreas Kaiser und der Polarforscher Dr. Lars Kindermann solche Bilder auf.
Rund um einen Eisberg heult der Wind, grollt der Donner, prasselt Regen und rauscht die Gischt – und das alles auf dem sommerlichen Baldeneysee im Jahr 2010. Der Künstler Andreas Kaiser und der Polarforscher Dr. Lars Kindermann holen die Antarktis nach Essen, indem sie einen Eisberg aus Kunststoff zu Wasser lassen. Auf seiner Spitze steht ein Zelt, Zeichen für die Aktivitäten von Polarforschern.
In die schwimmende Skulptur – eine der vier Inseln des Ruhr-Atolls – ist ein Container eingelassen. Seine Ausmaße ähneln denen der Messstation Perennial Acoustic Observatory in the Atlantic Ocean (PALAOA) des Alfred-Wegener-Instituts. Über eine Webcam nehmen die Besucher am Leben und Arbeiten auf der Forschungsstation in der Antarktis teil. Die Energieversorgung des Containers auf dem Baldeneysee ist wie die des PALAOA-Containers eine Insellösung: Solarzellen, Windgenerator und Methanol-Brennstoffzelle.
Der Künstler:
- Andreas Kaiser, geboren 1967 in Fürth, lebt in Köln
- Lehrauftrag Kunstakademie Münster
- Ausstellungen (Auswahl): Skulpturenmuseum Marl; Kunsthalle Recklinghausen; Landesmuseum Bonn; Ludwig Forum, Aachen; Museum Abteiberg Mönchengladbach; Kunstmuseum Magdeburg; Martin-Gropius-Bau, Berlin; ACE Gallery, New York; IASKA, Australien; Khoj, New Delhi/Indien; Bag Factory, Johannesburg/Südafrika
- Auszeichnungen (Auswahl): Förderpreis Robert Bosch AG; Förderpreis der Westfälischen Wirtschaft; Leo-Breuer-Preis des LVR; Kunstpreis der Stadt Köln; Stipendium Cité Internationale des Arts, Paris; Villa-Aurora-Stipendium, Los Angeles
Der Wissenschaftler:
- Dr. Lars Kindermann betreut die Messstation PALAOA im Ekström Ice Shelf nahe der Neumayer-Station des Alfred-Wegener-Instituts (AWI)
- Das AWI untersucht die Klima-, Bio- und Geosysteme der Erde und koordiniert die deutsche Polarforschung















