Ironische Abrechnung
Das Künstlerpaar Ilja und Emilia Kabakow inszeniert ein Laboratorium und Windräder auf dem Baldeneysee. Ihren Beitrag zum Ruhr-Atoll haben die beiden ohne wissenschaftliche Unterstützung konzipiert. Der Grund liegt in der Biografie Ilja Kabakows.
Ilja Kabakows Thema als Künstler ist die Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher oder ideologischer Perfektion und der improvisierten, unvollkommenen, dafür aber menschlichen Realität. Das verwundert nicht, hat Kabakow als junger Mann doch die Ära Josef Stalins miterlebt. Dessen Partei propagierte in den dreißiger und vierziger Jahren den unbedingten Glauben an die Wissenschaft. Dazu gehörte unter anderem die Idee, durch Erziehung einen „neuen Menschen“ erschaffen zu können.
In ihrem Beitrag zum Ruhr-Atoll lassen Kabakow und seine Frau Emilia zwei Windräder über der Ruhr klappern und einen Diesel-Generator brummen. Poröse Rohrleitungen verbinden Windmühlen und Wasserwerk, Eimer fangen das wertvolle Nass dort auf, wo es tropft. Diese Insel ist eine Art Kontrapunkt zu den anderen dreien des Ensembles – sie ironisiert die Wissenschaft.
Die Künstler:
Ilja Kabakow, geboren 1933 im ukrainischen Dnepropetrowsk, lebt seit 1988 in New York
Er arbeitet eng mit seiner Frau Emilia Kabakow zusammen
1965 Mitglied des Künstlerbundes der UdSSR
Seit 1967 inoffizielle Ausstellungen in seinem kleinen Atelier, das zum Mittelpunkt der Künstler in Moskau wird
1987 erste Ausstellung im Westen, Kunsthalle Bern
Malerei, Konzeptkunst „Totale Installation“















