Sehen lernen im Skyspace
Der Amerikaner James Turrell gehört zu den einflussreichsten Lichtkünstlern. Wieso das so ist, lässt sich in Deutschland am besten während eines Besuchs im Lichtkunstzentrum Unna beantworten. Dort steht Turrels „Third Breath, 2005“.
Die Installation besteht aus zwei Teilen. Ein unterirdischer Tunnel leitet den Besucher zunächst in eine Camera Obscura: Durch eine Öffnung in der Decke fällt Licht, wird durch eine Linse geleitet und auf dem Boden reflektiert. Über Treppen erreicht der Betrachter dann den oberen Teil der Installation, wo der Himmel wie eine Kuppel über ihm zu schweben scheint.
Dieser zweite Teil von „Third Breath“ gehört zur Serie der Skyspaces, mit denen James Turrell das Licht des Himmels neu erfahrbar macht. Die meisten dieser mehr als 20 Wahrnehmungsräume befinden sich in der Heimat des Künstlers, den USA. Je zwei stehen in England und Japan – und einer in Unna. Zusammen mit der Camera Obscura ragt der Skyspace Unna beinahe 14 Meter in die Höhe. Ein Erlebnis, das auch im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 viele Besucher neu sehen lehren wird.
Zur Person:
- geboren 1943 in Los Angeles
- Studium zunächst der Psychologie und Mathematik, dann der Kunst
- setzt sich seit den 60er Jahren mit optischen Täuschungen und den Erscheinungsformen von natürlichem und künstlichem Licht auseinander
- Turrells umfangreichstes Projekt begann in den 70er Jahren im Roden Crater: Aus dem erloschenen Vulkan in Arizona erschafft er seither das wohl größte und teuerste Kunstwerk aller Zeiten – eine Welt aus Licht.















